Die Versammlungsräume


|| Nun noch einige Aufzählungen über die Versammlungsräume seit der Gründung der Hormersdorfer Gemeinschaft.

Wie bereits am Anfang gesagt, wurden die ersten Stunden bereits in den Jahren 1906-1908 in der Wohnung von Br. Richard  Wetzel abgehalten. Diese Zusammenkünfte waren noch nicht regelmäßig; wie es sich eben gerade durch einen Bruder ergab. Auch nach der offiziellen Gründung am 3.1.1909 stellte Br. Wetzel seine Wohnung zur Verfügung.

Die Reihenfolge der Versammlungsräume war nun wie folgt:

Von Jan. 1909 bis Juli 1910, also 1 Jahr und 7 Mon. in der Wohnung von R. Wetzel (beim Gödel-Schaarschmidt, jetzt  Reimann Dieter)

Von Aug. 1910 bis Dez. 1915, also 5 J. und 5 Mon. bei Herrn Junghanns (Hansel Haus, jetzt Krause, Manfred)

Von Jan. 1916 bis März 1917, also 1 J. und 3 Mon. im Seitengebäude von Paul Hennig, (jetzt Büttner Günter)

Von April 1917 bis Juni 1919, also 2 J. und 2 Mon. bei Schwester Theresie Rother (im Voitel Haus, jetzt Meister)

Von Juli 1919 bis Okt. 1924, also 5 J. und 4 Mon. bei Bernhard Helbig (jetzt Arnold, Kurt)

Am 31.10.1924, zum Reformationsfest, konnte dann das erste eigene Gemeinschaftshaus eingeweiht werden. Der Bau kostete nach  der Inflationszeit 13.560,90,-M. Wenn die älteren Glieder der Gemeinschaft von diesem Bau erzählen, dann ist es ihnen immer noch wie ein Wunder. Die Inflationszeit war vorüber, alles Geld war verfallen und die  "Heiligen" bauen ein Haus. So redeten damals die Leute im Ort. Gott hat eben alle Opfer der Glaubensgeschwister gesegnet. Das Grundstück hatten die Geschwister Richard und Maria Nobis gespendet. An der Außenwand des  Gemeinschaftshauses standen in großen Buchstaben Bibelverse. Eine Form um damals Menschen fragend zu machen. Ein Vers hieß: "Jesus Christus spricht: wen da dürstet, der komme zu mir." Auch an den Innenwänden des  Saales waren Bibelsprüche gemalt. "Heute, so ihr seine Stimme hören werdet, so verstocket euer Herz nicht." Und " Darum wachet, denn ihr wißt nicht, welche Stunde der Herr kommt."






|| Die Gemeinschaft wuchs, äußerlich und innerlich. In dieser Zeit kamen viele Brüder zum Predigtdienst nach Hormersdorf. Von auswärts kamen die Brüder Kretzschmar, Flöha; Bunte, Chemnitz; Hartwich, Hainichen; Reinhold, Bockau; Meile, Beierfeld; Stümpel, Chemnitz.
Bald finden wir auch dienende  Brüder aus unserem Thumer Gemeinschaftsbezirk, z.B. Friedrich Nöthel, Brünlos; Eugen Wintermann, Zwönitz; Erwin Uhlig, Meinersdorf; Alfred Seidel, Brünlos und Otto Schelter, Jahnsdorf.
Dazu kamen die  Hormersdorfer Brüder Paul Seidel, Otto Viehweger, Friedich Drummer, Hermann Gödel, Emil Pfüller und Karl Krebs. Auch die Gemeinschaftspfleger (angest. Bezirksprediger) wollen wir nicht vergessen, z.B.  Pred. Eugen Günther, Stollberg. Er kam immer von Stollberg gelaufen, hielt am Nachmittag in Hormersdorf die Gemeinschaftsstunde, lief dann bis Brünlos zurück, hielt dort die Abendstunde, und dann ging es  zu Fuß bis Stollberg nach Hause. Ob das heute noch jemand tun würde?
Nach Pred. Günther kamen dann die Pred. Stender, Auerbach; Groschupp, Thum; Kurt Kehrer, Auerbach; Max Mittelbach, Dorfchemnitz und  Manfred Ossig, Ehrenfriedersdorf.
Zwei Originale der Verkündigung sollen noch genannt sein: Karl Zeiler aus Westfalen. Er war von Beruf Lokomotivführer. Er sprach bei seinen Predigten mit einer  solchen Glaubenszuversicht von der Entrückung: "Brüder, wenn ich die Entrückung noch erleben sollte, dann fährt die D-Zug-Lokomotive mit dem Zug ohne mich weiter und ich darf beim HERRN sein." 1949 ist  er plötzlich verstorben, hat also die Entrückung nicht erlebt.
Das zweite Original war Bruder Gundermann aus Berlin. Er spielte Harmonium, Gitarre, Cello und sang Evangeliumslieder. Und sooft er auch  in Hormersdorf war, hat er immer über das gleiche Bibelwort gepredigt. Im alten Gemeinschaftshaus stand links oben an der Wand der Spruch: "Denn der HERR ist freundlich usw." Über dieses Wort sprach er  in jeder Stunde, aber immer in einer neuen Auslegung.
Heute sind aus unserm Ort eine ganze Anzahl Brüder als Laien im Predigtdienst eingesetzt.