Zeltgottesdienst 2012


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"Feiert Jesus" in Vereinstracht

"Rosamunde - heut bestimmt geh ich zu ihr,
Gründe hab ich ja genug dafür"

Passt dieser Text zu einem Bläserstück des Posaunenchores einer Landeskirchlichen Gemeinschaft?
Am 1. Juli 2012 in Hormersdorf/Erzgebirge auf jeden Fall. Ein ganz besonderes Projekt, welches dieses Jahr das erste Mal durchgeführt wurde, erschuf auf den ersten Blick ungewöhnliche Kombinationen.
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Einmal im Jahr findet in Hormersdorf ein Dorffest statt, dieses Jahr bereits das 19. Mal. Von Anfang an gehört der Gottesdienst am Sonntagvormittag des Festwochenendes zum festen Programmpunkt. Durchgeführt wird er im Festzelt, auf derselben Bühne, auf der an den Abenden und meist bis in den Morgen hinein Bands und DJs für Unterhaltung sorgen und zum Tanzen auffordern. Die Idee, den Gottesdienst an diesem Sonntag im Jahr aus der Kirche dahin zu verlagern, besteht wohl auch zum Teil darin, das Dorffestpublikum sowie die Kirchengänger noch weiter in Kontakt zu bringen (insofern dies nicht schon lange der Fall ist). Neben dem Kirchenchor und den Sängern der Landeskirchlichen Gemeinschaft Hormersdorf gestaltet auch deren Posaunenchor das musikalische Programm des Gottesdienstes. Gemeinsame Lieder mit der Gemeinde sowie Musikstücke u.a. aus den Bereichen Swing und moderner Lobpreis kommen dabei zum Einsatz.
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Nach dem Ende der christlichen Veranstaltung treffen mehr und mehr Besucher des Dorffestes zum Frühschoppen ein. Der nächste Programmpunkt besteht seit vielen Jahren aus den "Meinersdorfer Musikanten", einem im Verein organisierten Blasorchester aus dem Erzgebirge. Diese kommen mit ihren Blasinstrumenten an, während die Hormersdorfer Bläser ihre wiederum einpacken und den Platz räumen.
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Aus dieser Situation heraus entstand vor allem bei Uwe Weisbach, dem Posaunenchorleiter der Hormersdorfer, die Idee, beide Chöre in irgendeiner Weise musikalisch zusammenzubringen. Wieso sollte man denn nicht die gemeinsame Leidenschaft in einem Projekt vereinen und miteinander musizieren? Nebenbei könnte man sich auch persönlich besser kennenlernen, Gemeinschaft pflegen sowie den Festbesuchern ein gutes Beispiel sein.
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Durch persönliche Kontakte zu den Meinersdorfer Musikanten wurde der Gedanke bald auch dort gehört und stieß dabei durchaus nicht auf taube Ohren. Nach einer Vereinsbesprechung sowie internen Abstimmung wurde das Projekt in Angriff genommen.
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Bis zur Umsetzung dauerte es allerdings noch zwei Jahre, denn es mussten einige Hindernisse beseitigt beziehungsweise Unterschiede zusammengebracht werden.

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Während die Meinersdorfer Musikanten in ihrer Vereinstracht vor allem traditionelle und böhmische Blasmusik spielen, konzentriert sich der Hormersdorfer Posaunenchor auf ältere und moderne religiöse Lieder sowie Musikstücke aus den Bereichen des Swing oder Pop. Diese verschiedenen Stile fordern die verschiedenen Stimmen und Instrumente auf recht unterschiedliche Weise.
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Desweiteren sind die Zielsetzungen eines Musikvereines, der zum Zweck professioneller Auftritte existiert und eines Chores der Musikarbeit einer christlichen Gemeinde sehr unterschiedlich.
Zuletzt, und das war wohl die größte Hürde, spielen beide Chöre nach unterschiedlichen Notenschreibweisen. Hier standen sich die Militärschreibweise sowie Klaviernotation gegenüber, weshalb es erforderlich war, die gemeinsamen Lieder erst umzuschreiben, was jedoch sowohl von Meinersdorfer Musikanten als auch von Hormersdorfer Bläsern übernommen wurde.
Als die Zustimmung von beiden Seiten da war, man sich auf gemeinsame Lieder geeinigt hatte und die Noten dazu vorhanden waren, konnte das Üben beginnen. Die spannende Frage dabei lautete: Werden all diese Unterschiede wirklich zusammenpassen? Zwei gemeinsame Proben fanden im Vorfeld statt, einmal im Vereinshaus der Meinersdorfer Musikanten, ein weiteres Mal im Haus der Landeskirchlichen Gemeinschaft Hormersdorf.
Beim Auftritt am 1. Juli 2012 spielten von beiden Bläsergruppen ca. 25 Musikanten mit. Dabei wurde ein buntgemischtes Programm präsentiert, welches einen guten Eindruck beim Publikum hinterließ. Es wechselten christliche Musikstücke, wie "Feiert Jesus" oder "Wir möchten Lieder singen" mit einer Polka, Märschen und schon erwähnter "unsterblicher" Rosamunde. Neben den Musikstilen wechselten sich auch die Dirigenten beider Chöre ab. Alles in allem entstand dabei ein harmonisches Miteinander, gegenseitige Bereicherung und gutes Zusammenspiel, so als würden beide Chöre schon jahrelang zusammenspielen. Eventuell wurde auch folgender Rat befolgt, den ein Bläser des Hormersdorfer Posaunenchores gab: "Man muss nur das spielen, was dort steht. Und bissl gucken, was der Dirigent macht."

Dieses spannende Projekt wird mit Sicherheit nicht das letzte gewesen sein, wie beide Seiten bekundeten. Nur eins könnte laut Meinung des Meinersdorfer Chorleiters noch verbessert werden, natürlich mit einem Augenzwinkern: "Das nächste Mal spielt auch der Posaunenchor in einheitlicher Tracht."


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